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WRRL-Maßnahme an der Kalflack

02.01.2019

Maßnahme an der Kalflack südlich von Kalkar-Wissel               

Im Zuge der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) wurde 2012 im Rahmen einer Kooperation aus Behörden und Vertretern verschiedener Institutionen unter Federführung des Deichverbandes Xanten-Kleve (DVXK) ein sogenannter Umsetzungsfahrplan (UFP) aufgestellt. Der UFP enthält Maßnahmen an den (berichtspflichtigen) Gewässerzügen, die der Erreichung der im Wasserhaushaltsgesetz (WHG) festgeschriebenen Entwicklungsziele für Gewässer dienen sollen.

Foto fertiggestellte Maßnahme an der Kalflack südlich von Kalkar-Wissel

Eine dieser vorgesehenen Maßnahmen ist die Anlegung und Ergänzung des linksufrigen Gehölzsaums der Kalflack südlich des Rinsenhofs zwischen Kalkar und Till. Da in diesem Bereich der Deichverband Xanten-Kleve Eigentümer eines parallel der Kalflack gelegenen Flurstücks ist, wurde eine im eigenen Hause geplante WRRL-Maßnahme in 2015 beantragt und in 2017 umgesetzt. Die Maßnahme im unmittelbaren Ufer-bereich soll die Vielfältigkeit der Gewässerstruktur erhöhen und so Lebensräume für in und am Wasser lebende Tiere und Pflanzen bilden. Sie umfasst auf einer Länge von ca. 320 m Uferabflachungen, Flachwasser- und Steiluferbereiche. Ergänzt wird die Maßnahme durch die Extensivierung eines im Mittel ca. 25 m breiten Uferstreifens, der bisher als intensiv genutzte Schnittweide diente. Hier wurden auch ortstypische Gehölze gepflanzt.

Durch den Erwerb zweier unmittelbar stromabwärts benachbarter Uferflurstücke ergab sich für den DVXK die Möglichkeit, die bereits bestehende Maßnahme deutlich zu erweitern.

Die auf den Grundstücken zusätzlich umgesetzte Maßnahme stellt eine Umflutstruktur dar und umfasst eine Laufverzweigung der Kalflack und einen durchströmten Seitenlauf (Nebenrinne). Die Nebenrinne hat eine Länge von ca. 210 m und ist mit  unterschiedlichen Tiefen so ausgelegt, dass sie ständig Wasser führt. So entstand eine Gehölz bestandene „Insel“ zwischen dem Einlauf- und dem Auslaufbereich der Nebenrinne.

Foto fertiggestellte Maßnahme an der Kalflack südlich von Kalkar-Wissel

Insgesamt sind für die Nebenrinne ca. 5.500 m³ Bodenmaterial ausgebaggert und abgefahren worden, welches zur Renaturierung einer Kiesgrube in Kleve eine sinnvolle Verwendung fand. Das Maßnahmengrundstück wird mit ortstypischen Gehölzen bepflanzt und die Uferbereiche mit Hilfe von Initialgewächsen in ihrer natürlichen Entwicklung unterstützt. In der Nebenrinne soll eine ungestörte Eigen-entwicklung stattfinden. Auf Gewässer-unterhaltungsmaßnahmen kann weitest-gehend verzichtet werden, da der ordnungsgemäße Wasserabfluss über die weiterhin durchflossene Hauptrinne sichergestellt wird.

Die in Anspruch genommene Grundstücksfläche beträgt für die aktuell umgesetzte Maßnahme ca. 6.000 m². Einschließlich des bereits im vergangenen Jahr umgesetzten Maßnahmenteils umfasst die WRRL-Maßnahme somit auf ca. 540 m Gesamtlänge ca. 14.400 m² Fläche, die bisher größtenteils landwirtschaftlich nur eingeschränkt bewirtschaftet werden konnte.

Foto fertiggestellte Maßnahme an der Kalflack südlich von Kalkar-Wissel

Die Kosten für die Umsetzung der Maßnahme werden sich einschl. des ersten Maßnahmenteils auf ca. 450.000,00 € belaufen, von denen das Land Nordrhein-Westfalen über die Bezirksregierung Düsseldorf 80 % als Förderung übernimmt.

Die Kalflack ist ein staugeprägtes Fließgewässer der linksrheinischen Niederung zwischen Kalkar und Emmerich. Sie ist Bestandteil des Gewässersystems Hohe Ley - Leybach - Kalflack mit einer Gesamtlänge von ca. 35,2 km und einem Einzugsgebiet von rund 158 km².

An der Querung des Rheindeichs, kurz vor der Mündung in den Rhein, befindet sich das Kalflack-Schöpfwerk, das bei Rhein-Hochwasser den Kalflack-Abfluss in den Rhein pumpt.

Die Kalflack hat auch während der Trockenwetterphasen eine geregelte, stabile Wasserführung, besitzt daher gute Bestände an Wasserpflanzen und bietet ausgedehnte Lebensräume für im und am Wasser lebende Lebewesen. Das Deichquerungsbauwerk ist seit 2010 mittels einer installierten Fischpassage biologisch durchgängig.

Als nächste Maßnahme wird im Zuge der Deichsanierung der Banndeich im Bereich des Kellener Altrheins / Griethauser Altrheins verlegt und der Standort des Altrhein-Schöpfwerkes verlagert. Dies ermöglicht an dieser Stelle die Errichtung einer Fischpassage und damit die Voraussetzung der ökologische Durchgängigkeit zu schaffen.

Der nachfolgende Lageplan zeigt die Lage der beschriebenen Maßnahme an der Kalflack.

Übersichtskarte zur Maßnahme am Rinsenhof (nicht barrierefrei)